Präventivpraxen und Gesundheitshotels als Chance der zukünftigen optimalen Patientenversorgung

Auf Grund der bevorstehenden demographischen Entwicklung wird es in den nächsten Jahrzehnten zu gewaltigen sozialen Umwälzungen in unserer Gesellschaft in Deutschland kommen. Der Anteil der älteren Menschen sowie der Sozialhilfe-Empfänger wird auf Grund zunehmender Migrationsprobleme sehr wahrscheinlich massiv zunehmen.
Eine zunehmende Altersarmut ist zu erwarten.

Der Anteil der Menschen, der finanziell zu den Sozialsystemen ausreichende Beiträge leisten kann, wird immer mehr relativ zu einer nur wenig oder gar nicht zahlenden Bevölkerungsschicht abnehmen.

Außerdem kommt es durch den technologischen Fortschritt zu einer Verteuerung der Versorgung. Das zunehmende Anspruchsdenken der durch das Internet zunehmend aufgeklärten Menschen führt zu einer finanziellen Unterdeckung des Gesundheitssystems.

Degenerative Veränderungen der Biomaterialien sowie der neurophysiologischen Systeme durch das Altern des Organismus werden von vielen unserer Zeitgenossen bald nicht mehr hingenommen.
Man möchte möglichst unbeschadet ein sehr hohes Alter in gutem geistigen und körperlichen Wohlbefinden erreichen. Hierbei steht die Erhaltung einer hohen Lebensqualität an erster Stelle. Die meisten Mitmenschen möchten in Geborgenheit bei bestem Wohlbefinden bis ins hohe Alter leben, und das in großer Lebensfreude und häufig im Gemeinschaftserleben in unberührter Natur. Man will also das Leben bis ins hohe Alter ohne jegliche „Zipperlein“ genießen. Hierzu soll ein optimiertes Gesundheitssystem seinen Beitrag leisten, welches jedoch zunehmend in die Schieflage gerät.

Obwohl zur Zeit die GKV auf Grund der momentan hervorragenden Wirtschaftslage mit maximalen Exportraten ca. 3 Milliarden € plus aufweist, wird sich die finanzielle Situation bei der o.g. demographischen Entwicklung zunehmend verschlechtern.
Zusätzlich besteht in unserer Gesellschaft ein Besitzstandwahrungsdenken der älteren, nicht selten rechten betuchten Generation, die seinerzeit „nach dem 2. Weltkrieg Deutschland wieder aufgebaut“ hat, ohne an unsere Praktikanten, begrenzte Arbeitsverträge, Jugendarbeitslosigkeit in den südlichen EU-Staaten sowie an die Belastung insbesondere unserer deutschen Leistungsträger und Mittelschicht durch das Europäische Rettungspaket (Euro-Rettungsschirm, EFSF/ESM) zu denken. Es liegen trotz Niedigzinspolitik und QE durch EZB-Präsident Draghi mehrere Billionen € als Spareinlagen auf den Banken, geschweige der zahlreich vorhandenen Immobilien. Diese Bevölkerungsgrupe will im Gesundheitssystem von diesen hohen Geldbeträgen nichts abzweigen, da ggf. später eine teure, man glaubt kaum bezahlbare, teure Pflege notwendig wird. Außerdem will man möglichst viel seinen Nachkommen weitervererben, da das bei der derzeitigen politischen Unsicherheit sowie der weltweiten Überschuldung über allem das fiktive Damoklesschwert der wirtschaftlichen Stagnation und somit anschließender Deflation und gar Hyperinflation schwebt.

Im übrigen hat sich die zunehmend sozialistische Orientierung unserer deutschen Politik in den letzten Jahren mit Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zum Eintritt in die PKV, der Verzögerung des Eintritts unserer jungen Leistungsträger in die PKV und der kontinuierliche Anstieg der Lohnnebenkosten zu einer weiteren Problematik der Finanzierung der Gesundheitskosten in Deutschland geführt.
Vollkommen unverständlich ist, dass hoch dotierte Gesellschaftsschichten Mitglied bei der GKV sind, wohingegen kleine Selbständige wie z.B. Kiosk-Besitzer oder Einzelhändler regelmäßig bis ins hohe Alter die hohen mit zunehmendem Alter sogar ansteigenden PKV-Kosten übernehmen müssen. Für sie gibt es dann nur noch die Leistungsreduktion, Umstieg auf Selbstbehaltsysteme, usw. als Lösung des Problems.
Um nun ein „good aging“ in unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft zu erreichen und zu erhalten, werden wir daher in den nächsten Jahren umdenken müssen. Dies kann nur durch eine zunehmende Eigenverantwortung jedes einzelnen, besonders der reicheren Bevölkerungsschichten, wie es in anderen Staaten schon lange üblich ist, geschehen.

Aus dem bisher bestehenden sozialistischen Versorgungsstaat muß sich eine freie, eigenverantwortlich denkende Gesellschaft entwickeln.
Hierzu muß eine zunehmende Entwicklung des tertiären Gesundheitsbereiches, wie z.B. die Etablierung von Praxen für Präventivmedizin und Gesundheitshotels, beitragen.