Balneotherapie als Prophylaxe bei Erkrankungen am Bewegungsapparat

Balneotherapie bedeutet Bädertherapie. Hierunter versteht man die therapeutische Nutzung von natürlich vorkommendem Heilmittel Wasser.
Genutzt werden z.B. spezielle Thermen mit darin gelösten Wirkstoffen. Diese verursachen beim Menschen eine unspezifische Reiz- und Reaktionsbehandlung.


Quelle an der Seeburger Steige bei Münsingen

Zusätzlich treten in der Regel in der Nähe von Heilquellen besondere klimatische Effekte auf. Nicht zu unterschätzen ist auch eine gewisse psychosomatische Einflussnahme durch den Ortswechsel der Patienten. Diese sind vorübergehend von dem familiären und beruflichen Umfeld getrennt. Dies trägt durchaus zu einer Genesung bei.

Heilwasser beinhaltet zumindest 1 g/l gelöste feste Mineralien mit einem Anteil einzelner Ionen von >20 mval/l wie z.B. Fe, Ar, J, S, etc.. Der Durchtritt durch die Haut und die Aufnahme durch Einatmen dieser Stoffe sind allerdings nur sehr gering.

Bedeutungsvoll ist bei der Balneotherapie vor allem die Beeinflussung vegetativer Funktionen durch das Medium der Therme.

Als gelöste und und zur Therapie eingesetzte Heilgase sind insbesondere Radon (Rn) zu nennen. Solche Quellen findet man z.B. in Bad Gastein (Österreich) und Bad Joachimsthal (Tschechien). In speziellen Heilstollen wie in Neubulach (Schwarzwald) kann insbesondere bei entzündlichen degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen (z.B. axiale Spondylopathie, d.h. M. Bechterew) durch Inhalation Rn-reicher Luft Linderung erreicht werden.

 
Eingangsbereich im Thermalbad Beuren & Therme von Bad Urach 

Bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, besonders im Frühstadium, aber auch bei degenerativen Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane wie z.B. Knie- und Hüftarthrose bzw. Arthrose der kleinen Wirbelgelenke) haben sich in erster Linie Sole-, Schwefel-, Peloid- und radioaktive Bäder (besonders bei axialer Spondylopathie) bewährt.

Durch die ideale geologische Lage mit thermischer Stufenbildung insbesondere der Schwäbischen Alb finden wir in unserer Region eine große Anzahl derartiger hervorragender Heilquellen vor.

Hier ein Auszug dieser:

  • Bad Urach
  • Beuren
  • Bad Boll
  • Bad Ditzenbach
  • Bad Sebastiansweiler
  • Mineralbad Cannstatt
  • Leuze Stuttgart
  • Bad Saulgau
  • Bad Waldsee
  • Bad Schussenried
  • Jordanbad Biberach
  • Römerquellen Aalen
  • Bad Liebenzell
  • Bad Wildbad
  • Baden Baden
  • Bad Hoheneck Luwigsburg
  • Bad Rappenau
  • Bad Wimpfen
  • Bad Friedrichshall
  • Bad Mergentheim

usw.

Bei den hydrogalvanischen Bädern (z.B. Stangerbad) steht weniger der therapeutische Einsatz des Wassers selbst, als vielmehr die elektrische Stromwirkung im Vordergrund.


Rehaklinik von Bad Boll, eine der ältesten und renommiertesten Kuranstalten im Land

In aller Regel wird die Balneotherapie mit anderen physikalischen und vor allem physiotherapeutischen Behandlungsstrategien kombiniert.

Es sind daher in unserer Region in unmittelbarer Nähe bedeutungsvolle, recht bekannte Rehabilitationskliniken entstanden.